SOS-EEG

SONNE. WIND. BIOGAS.
ALLE AUSGEBREMST.

Appell der Erneuerbaren-Branche — Photovoltaik, Wind, Bioenergie, Wasserkraft — an die Mitglieder des Deutschen Bundestages und des Bundesrates

6 Unternehmen · 345 Arbeitsplätze · 149 Unterstützer:innen

Sehr geehrte Abgeordnete, sehr geehrte Mitglieder des Bundesrates,

am 29. Juli 2026 hat das Bundeskabinett den Entwurf des EEG 2027 und das Netzanschlusspaket beschlossen. Was als „Paradigmenwechsel" bezeichnet wird, träfe die gesamte dezentrale Erneuerbaren-Wirtschaft — am härtesten das Solardach: Statt 20 Jahren verlässlicher Vergütung erhielten neue Dachanlagen nur noch eine Übergangszahlung von anfänglich 5,2 Cent für maximal 36 Monate — und müssten danach in einen Direktvermarktungsmarkt, von dem das Bundeswirtschaftsministerium selbst annimmt, dass er nur 90.000 der über 400.000 nötigen Fälle pro Jahr aufnehmen kann.

Der Eingriff endet nicht am Dachrand: Windprojekte in Engpassgebieten sollen den Netzanschluss nur noch gegen den Verzicht auf Redispatch-Entschädigung erhalten — bis zu 20 Prozent des Jahresertrags wären entschädigungslos abregelbar. Der Bioenergie schreibt der Entwurf einen von 1.000 auf 500 Megawatt abschmelzenden Ausschreibungspfad fest und streicht die Biomethan-Ausschreibungen ersatzlos — die Branchenverbände sprechen von einem „Sterbepfad" für den Anlagenbestand. Und die kleine Wasserkraft verlöre beim Neubau den Zugang zur Marktprämie. All das trifft nicht einzelne Vergütungssätze — es entzieht ganzen Projekten die Grundlage von Planung und Finanzierung.

Wir, Unternehmen und Betriebe der Erneuerbaren-Wirtschaft — vom Installations- und Elektrohandwerk über Hersteller, Großhandel und Projektierung bis zu Betreibern von Wind-, Biogas- und Wasserkraftanlagen —, erklären gemeinsam:

Dieser Entwurf spart fast nichts und riskiert alles.

Wir fordern keinen Stillstand. Wir fordern Marktintegration mit Augenmaß:

  1. Erhalt der festen Einspeisevergütung für Dachanlagen bis 25 kW — mindestens als verlässlicher Auffangmechanismus, bis ein funktionierender Massenmarkt für die Direktvermarktung kleiner Anlagen nachweislich existiert.
  2. Direktvermarktungspflicht erst, wenn die Infrastruktur steht: nicht vor flächendeckendem Smart-Meter-Rollout und standardisierten, bezahlbaren Prozessen.
  3. Keine pauschale 50-Prozent-Einspeisekappung und keine Belastung des Eigenverbrauchs — Netzdienlichkeit durch Speicher, Steuerbarkeit und Preissignale statt Dauerabregelung.
  4. Kein Netzanschluss nur gegen Entschädigungsverzicht: Der Redispatch-Vorbehalt des Netzanschlusspakets trifft Wind- und Solarprojekte gleichermaßen und gehört gestrichen.
  5. Eine Bestandsperspektive für Bioenergie und kleine Wasserkraft: Ausschreibungsmengen, die den Anlagenbestand erhalten, statt „Sterbepfad" — und keine 25-kW-Ausschlussgrenze für verlässliche Kleinanlagen.
  6. Netzausbau und Speicher entschlossen voranbringen: Engpässe an der Ursache beheben — beschleunigter Netzausbau, Digitalisierung der Verteilnetze und gezielte Anreize für Speicher vom Heimspeicher bis zum Großspeicher. Netzdienlichkeit entsteht aus Infrastruktur, nicht aus Förderentzug und Abregelung.

2020 haben 2.000 Unternehmen in 48 Stunden den 52-Gigawatt-Deckel gekippt — Bundestag und Bundesrat haben damals korrigiert, was ein Entwurf übersehen hatte. Wir bitten Sie, im parlamentarischen Verfahren erneut zu korrigieren.

Jede Zahl dieses Appells ist belegt — das nummerierte Quellenverzeichnis steht unter sos-eeg.de/fakten.

Die Unterzeichnenden

Unternehmen — die Unterzeichnerliste

UnternehmenOrtBundeslandMitarbeiter
m3 projects GmbHGarrelNiedersachsen
K2 Systems GmbHRenningenBaden-Württemberg 290
Gr SolartechnikRiederingBayern 5
Strombauer GmbHLünenNordrhein-Westfalen 25

Gelistet werden ausschließlich verifizierte Unternehmen, die der Nennung ausdrücklich zugestimmt haben. Weitere 2 verifizierte Unternehmen zählen mit, ohne genannt zu werden.

Bürgerinnen und Bürger — Unterstützung nach Wahlkreisen

149 Menschen unterstützen den Appell persönlich. Ihre Namen veröffentlichen wir aus Datenschutzgründen grundsätzlich nicht — gezählt wird jede per E-Mail bestätigte Unterstützung. Wer bei der Eintragung freiwillig die Postleitzahl angegeben hat, macht sein Gewicht im eigenen Wahlkreis sichtbar:

WahlkreisBürger:innenUnternehmen
260 Böblingen 28 1
252 Augsburg-Land 16
279 Pforzheim 10
280 Calw 8
265 Ludwigsburg 7
258 Stuttgart I 5
259 5
266 Neckar-Zaber 4
275 Mannheim 4
87 Aachen II 3
214 Fürstenfeldbruck 3
221 Rosenheim 2 1
251 Augsburg-Stadt 3
38 Osnabrück-Land 1 1
86 Aachen I 2
181 Frankfurt am Main I 2
182 Frankfurt am Main II 2
212 Erding – Ebersberg 2
223 Starnberg – Landsberg am Lech 2
254 Neu-Ulm 2
257 Ostallgäu 2
263 Göppingen 2
6 Plön – Neumünster 1
17 Mecklenburgische Seenplatte II – Landkreis Rostock III 1
24 Aurich – Emden 1
31 Mittelems 1
32 Cloppenburg – Vechta 1
53 Göttingen I 1
61 Potsdam – Potsdam-Mittelmark II – Teltow-Fläming II 1
75 Berlin-Pankow 1
82 Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg – Prenzlauer Berg Ost 1
85 Berlin-Lichtenberg 1
90 Rhein-Erft-Kreis I 1
92 Köln I 1
93 Köln II 1
94 Köln III 1
100 Leverkusen – Köln IV 1
105 Düsseldorf I 1
106 Düsseldorf II 1
112 Wesel I 1
133 Minden-Lübbecke I 1
134 Lippe I 1
144 Hamm – Unna II 1
151 Leipzig I 1
152 Leipzig II 1
177 Rheingau-Taunus – Limburg 1
184 Offenbach 1
189 Eisenach – Wartburgkreis – Unstrut-Hainich-Kreis 1
197 Ahrweiler 1
231 Amberg 1
240 Ansbach 1
253 Donau-Ries 1
261 Esslingen 1
268 Schwäbisch Hall – Hohenlohe 1
269 Backnang – Schwäbisch Gmünd 1
271 Karlsruhe-Stadt 1
272 Karlsruhe-Land 1
274 Heidelberg 1
276 Odenwald – Tauber 1
282 Lörrach – Müllheim 1
290 Tübingen 1

Weitere 13 Unterstützungen ohne PLZ-Angabe zählen bundesweit mit. PLZ-Räume können mehrere Wahlkreise berühren — solche Unterstützungen zählen in jedem berührten Wahlkreis. Zuordnung: amtliche Wahlkreiseinteilung 2025 (Bundeswahlleiterin) und OpenStreetMap-Ortsdaten, Details im Wahlkreis-Finder.

Ein Appell der Initiative SOS-EEG — offen für alle Unternehmen der Erneuerbaren-Branche. Mitzeichnen unter: sos-eeg.de

V.i.S.d.P.: Axel Klett, Richard-Wagner-Str. 12, 75242 Neuhausen OT Hamberg

Transparenzhinweis: Der Initiator arbeitet seit 2008 in der Photovoltaik-Branche und ist bei einem Hersteller von PV-Montagesystemen beschäftigt — das wirtschaftliche Eigeninteresse an diesem Appell liegt offen: sos-eeg.de/transparenz. Im Lobbyregister des Deutschen Bundestages eingetragen: Axel Klett als Privatperson (Registernummer R008166).

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