sos-eeg.de ist online — der Branchen-Appell startet
Die Wertschöpfungskette Dach-Photovoltaik sammelt Mitzeichnungen für drei präzise Nachbesserungen am EEG-2027-Entwurf. Unternehmen und Bürger:innen können ab sofort mitzeichnen.
Parlamentstermine, Medienecho, Kampagnen-Meilensteine — jede Meldung mit Quelle.
Die Wertschöpfungskette Dach-Photovoltaik sammelt Mitzeichnungen für drei präzise Nachbesserungen am EEG-2027-Entwurf. Unternehmen und Bürger:innen können ab sofort mitzeichnen.
Die von Agora Energiewende beauftragte Studie von Consentec und der Forschungsstelle für Energiewirtschaft beziffert die Kosten des Verteilnetzausbaus bis 2045 auf rund 250 Milliarden Euro, wenn die Netzbetreiber wie bisher planen und bauen. Durch Flexibilitätsoptionen — nach örtlicher Netzauslastung differenzierte Preissignale, kleinere Netzanschlüsse, bei denen Speicher die Spitzenlast abdecken, und gezielte Netzentlastung in Notsituationen — ließe sich davon nach Einschätzung der Autoren mehr als ein Viertel einsparen, rund 66 Milliarden Euro, ab 2030 mindestens 2 Milliarden Euro und ab 2035 5 Milliarden Euro pro Jahr. Die Studie erscheint kurz vor der Einreichung der Ausbaupläne der Verteilnetzbetreiber Anfang November; zum Vergleich nennt sie die 6,5 Milliarden Euro, die der Bund allein 2026 für die Senkung der Netzentgelte aufgewendet hat.
Quelle: pv magazine
Der Report „Die Gesellschaften der Energiewende“ des Marktforschungsunternehmens HDH Group zählt 13.911 Photovoltaik-Gesellschaften in Deutschland und verzeichnet für 2023 27 Insolvenzen von Solargesellschaften, für 2025 bereits 170; die bisher höchste Quartalszahl fällt in das zweite Quartal 2026. Die Insolvenzquote liegt bei Gesellschaften, die Solaranlagen errichten, bei 2,54 Prozent und damit rund dreimal so hoch wie im Gesamtbestand, im Solarhandel bei 2,14 Prozent und bei Anlagenbetreibern bei 0,53 Prozent. Als Gründe nennt der Report den Nachfragerückgang bei Dachanlagen nach wieder sinkenden Strompreisen, gestiegene Finanzierungszinsen und Verluste im Handel durch gefallene Modulpreise.
Quelle: Solarserver
Nach Informationen von t-online stehen die Bundestagsfraktionen von Union und SPD kurz vor einer Einigung zur EEG-Novelle; am Wochenende soll weiter verhandelt werden, beschließen wollen beide Fraktionen das Gesetz in der zweiten Novemberwoche. Erwogen wird laut Bericht, neben der Direktvermarktungspflicht ein Wahlmodell des Solar Cluster Baden-Württemberg ins Gesetz aufzunehmen: Die Anlage würde über ein noch zu errichtendes Portal die Day-Ahead-Preise abrufen und sich in Stunden mit sehr niedrigen oder negativen Preisen selbst abregeln, für den tatsächlich eingespeisten Strom wäre eine gewichtete, am Marktwert orientierte Vergütung vorgesehen, die laut Berechnungen 7 bis 9 Cent je Kilowattstunde erreichen könnte. Ob sich die Fraktionen auf dieses Modell verständigen, steht dem Bericht zufolge nicht fest; offen ist auch, ob das Preis-Portal bis Januar 2027 stehen könnte.
Quelle: t-online
Für den Praxisreport Solarstrom 2026 des Anbieters Clever-PV wurden 2.076 Anlagenbetreiber befragt: 59,7 Prozent wären grundsätzlich offen für einen Wechsel von der Einspeisevergütung in die Direktvermarktung, aber nur wenn dieser automatisch und ohne Einmalkosten läuft. 61,3 Prozent sind nicht zuversichtlich, dass intelligente Stromzähler und Steuerungstechnik rechtzeitig zum möglichen Wechseltermin verfügbar sind; mit der EEG-Novelle könnte die feste Einspeisevergütung für kleine Dachanlagen schrittweise enden.
Quelle: pv magazine
Die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW beziffern den EEG-Finanzierungsbedarf für 2027 auf 17,524 Milliarden Euro; für 2026 hatten sie im Oktober des Vorjahres zunächst 16,152 Milliarden Euro ohne Berücksichtigung des erwarteten EEG-Kontostands ermittelt. Grundlage ist die Mittelfristprognose der Forschungsstelle für Energiewirtschaft, die für 2027 Förderzahlungen von rund 18,3 Milliarden Euro erwartet gegenüber rund 17,7 Milliarden Euro im Jahr 2026 und als wesentlichen Treiber sinkende Börsenpreise nennt: Im Basisszenario der Prognose sinkt der durchschnittliche Börsenpreis von rund 106 Euro je Megawattstunde im Jahr 2026 auf etwa 70 Euro bis 2030, wodurch die Marktprämienzahlungen steigen. Auf sonstige Solaranlagen, insbesondere Dachanlagen, entfallen laut Forschungsstelle rund 9,7 Milliarden Euro, auf Freiflächenanlagen weitere 2,25 Milliarden Euro, zusammen etwa 65 Prozent der erwarteten Zahlungen. Die Forschungsstelle weist darauf hin, dass der überwiegende Teil der Förderzahlungen auf ältere Bestandsanlagen mit höheren Vergütungssätzen zurückgeht.
Quelle: pv magazine
Die vom Bundestag veröffentlichte Tagesordnung der 104. bis 106. Sitzung am 4., 5. und 6. November 2026 (Stand: 15. Oktober 2026) enthält keinen Tagesordnungspunkt zum Erneuerbare-Energien-Gesetz oder zum Netzanschlusspaket; beide Vorhaben werden in dem Dokument nicht genannt. Tagesordnungen können im laufenden Verfahren noch ergänzt werden; der Bundesverband Erneuerbare Energie rechnet mit der zweiten und dritten Lesung erst in der Woche vom 9. bis 13. November.
Quelle: Deutscher Bundestag
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will die Energiewende zu geringeren Kosten umsetzen als bisher; nach Berechnungen des Thinktanks Agora Energiewende, über die der Spiegel berichtet, würde die geplante EEG-Novelle das Gegenteil bewirken. Konkret könnten bis 2030 rund drei Milliarden Euro zusätzliche Kosten für den Bundeshaushalt anfallen, danach könnten sich die Mehrkosten auf drei Milliarden Euro pro Jahr erhöhen; über einen Zeitraum von zehn Jahren wären damit Mehrkosten im zweistelligen Milliardenbereich möglich. Begründet wird die erwartete Kostensteigerung laut dem Bericht unter anderem mit wachsenden Risiken beim Bau neuer Windkraft- und Solaranlagen sowie der geplanten Abschaffung der Einspeisevergütung für Dach-Photovoltaikanlagen.
Quelle: PHOTON (Bericht: Spiegel)
Fünfzehn Photovoltaik-Projektierer, darunter RWE, Enertrag, BayWa r.e., Belectric, Juwi und GP Joule, warnen in einer gemeinsamen Erklärung, EEG 2027, Netzanschlusspaket und die neue Netzentgeltsystematik AgNes könnten den Ausbau der Freiflächen-Photovoltaik zum Erliegen bringen: In den Ausschreibungen ab 2027 könnten keine wirtschaftlichen Gebote unterhalb des geltenden Höchstwertes von 5,9 Cent pro Kilowattstunde mehr abgegeben werden. Sie verweisen auf eine vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft beauftragte Prognos-Studie, nach der die drei Vorhaben die Stromgestehungskosten um insgesamt bis zu 30 Prozent steigen lassen und damit 1,3 bis 1,5 Cent pro Kilowattstunde über dem Höchstwert liegen würden; hinzu kämen die neuen Kapazitätsentgelte aus dem AgNes-Prozess, nach deren Entwurf der Bundesnetzagentur Betreiber neuer Erzeugungsanlagen mit mehr als 30 Kilowatt ab 2029 ein Einspeiseentgelt zahlen müssten — im Gespräch ist eine Größenordnung von vier bis sieben Euro pro Kilowatt und Jahr. Für die Ausschreibungen 2027 fordern die Unternehmen mindestens sieben Cent pro Kilowattstunde, ab Anfang 2028 einen gleitenden Höchstwert aus dem Durchschnitt der teuersten noch bezuschlagten Gebote der drei letzten Ausschreibungen plus acht Prozent Puffer, gedeckelt bei sieben Cent.
Quelle: pv magazine
Nach einer Auswertung von Daten der Bundesnetzagentur durch den Bundesverband Solarwirtschaft wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 mehr als eine halbe Million neue Batteriespeicher mit rund 8,2 Gigawattstunden Kapazität in Betrieb genommen, 91 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum; der Zubau von Großspeichern hat sich auf rund 3,8 GWh mehr als vervierfacht, Heimspeicher legten um 20 Prozent auf 3,2 GWh zu, Gewerbespeicher um 67 Prozent auf rund 0,7 GWh (Stand der Auswertung: 12.10.2026, Nachmeldungen möglich). Zugleich hat der Verband ein Positionspapier mit 15 Reformvorschlägen veröffentlicht und appelliert an Bundestag und Bundesregierung, diese bei den anstehenden Reformen zum Netzpaket und zum Erneuerbare-Energien-Gesetz zu berücksichtigen: unter anderem einen verbindlichen Anspruch auf faire und flexible Netzanschlussvereinbarungen, eine Pflicht der Verteilnetzbetreiber zur Ausschreibung netzdienlicher Speicher an Umspannwerken und eine Umstellung des Redispatch auf den Netzverknüpfungspunkt statt auf die einzelne Erzeugungsanlage, damit überschüssiger Solarstrom bei vorübergehenden Netzengpässen gespeichert werden könnte, statt Solaranlagen abzuregeln. Nach Berechnungen des Fraunhofer IEE hätten zusätzliche Speicherkapazitäten von 80 GWh allein im vergangenen Jahr Verbraucher und Bundeshaushalt um nahezu vier Milliarden Euro entlasten können.
Quelle: BSW-Solar
Eine Hintergrundanalyse des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft kommt zu dem Ergebnis, dass von 83 untersuchten Netzbetreibern lediglich fünf einen systematischen Planungsansatz und drei weitere eine punktuelle Anwendung der Spitzenkappung dokumentieren; bei 85,5 Prozent der untersuchten Verteilnetzbetreiber sei das Instrument in der Netzplanung nicht erkennbar berücksichtigt. Dabei dürfen Netzbetreiber einplanen, dass bis zu drei Prozent der jährlichen Stromerzeugungsmenge von Wind- und Solaranlagen abgeregelt werden — nach Darstellung des Verbandes ließe sich die anzusetzende Einspeiseleistung dadurch bei Photovoltaik um bis zu 30 Prozent und bei Windenergie um bis zu 13 Prozent reduzieren und damit zusätzliche Anlagen anschließen. Als Grund nennen die Netzbetreiber laut Analyse ohnehin nötigen Netzausbau, hohen Planungsaufwand und Entschädigungskosten. Der Verband bezieht das ausdrücklich auf den geplanten Redispatch-Vorbehalt: „Bevor neue Einschränkungen für Erneuerbare geschaffen werden, müssen die Netzbetreiber ihre Hausaufgaben machen“, sagt bne-Geschäftsführer Robert Busch.
Nach Angaben des Unternehmens soll das Angebot etwa ab Mitte November buchbar sein, die Belieferung der ersten Kunden im Februar 2027 beginnen: ein Festpreis für den Netzstrombezug und eine feste Vergütung für den eingespeisten Solarstrom in einem Vertrag. Diese Vergütung könnte nach aktuellen Energiepreisen und Erzeugungsprofilen im kommenden Jahr über zwölf Cent pro Kilowattstunde liegen, so Rabot Energy — die geltende EEG-Vergütung für Teileinspeisung liegt laut dem Bericht bei etwa acht Cent; die konkreten Konditionen will das Unternehmen erst zum Marktstart veröffentlichen. Teilnehmen können allerdings nur Betreiber, die neben der Photovoltaik-Anlage auch ein kompatibles Energiemanagementsystem, ein intelligentes Messsystem und einen Batteriespeicher haben. Hintergrund ist das geplante Ende der festen Einspeisevergütung für Anlagen bis 25 Kilowatt, nach dem der Solarstrom dieser Anlagen direkt vermarktet werden müsste; das novellierte EEG ist noch nicht beschlossen.
Quelle: pv magazine
Die Sitzungswoche vom 14. bis 16. Oktober ist ohne Befassung mit der Novelle zu Ende gegangen: Nach einem internen Zeitplan des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie hätten EEG 2027 und Netzpaket in dieser Woche in zweiter und dritter Lesung verabschiedet und anschließend im Bundesrat beraten werden sollen, doch beide Entwürfe tauchten bis zum 15. Oktober nicht auf der Tagesordnung des Bundestages auf. Der Bundesverband Erneuerbare Energie geht nun davon aus, dass die Verhandler der Bundestagsfraktionen noch Zeit benötigen; Verbandspräsidentin Ursula Heinen-Esser schreibt in einem Rundschreiben: „Wir rechnen nun mit der 2./3. Lesung in der Woche vom 9. bis 13. November, damit der Bundesrat am 20. November erreicht werden kann.“ Offen ist nach ihrer Darstellung, ob das EEG danach von der EU-Kommission so schnell ratifiziert werden könnte, dass es zum 1. Januar in Kraft treten kann; der Verband lasse derzeit bestehende rechtliche Optionen prüfen. Für Betreiber von Dachanlagen bleibt die Vergütung damit weiter ungeklärt — es handelt sich um eine Erwartung des Verbandes, nicht um eine amtliche Tagesordnung.
Quelle: pv magazine
Elf Bundesverbände aus der Energie-, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft sowie dem Handwerk wenden sich in einem gemeinsamen Appell gegen Pläne der Bundesnetzagentur, Betreiber von Solaranlagen über einen sogenannten Prosumer-Aufschlag zusätzlich an den Netzkosten zu beteiligen – unabhängig davon, wie stark sie das Netz tatsächlich beanspruchen; verschärft würde das nach Darstellung der Verbände durch die darüber hinaus geplanten Einschnitte bei der Solarstromförderung. Ein vom Bundesverband Solarwirtschaft beauftragtes Rechtsgutachten von Prof. Dr. Dörte Fouquet sieht darin Verstöße gegen europarechtliche Vorgaben zur verursachungsgerechten Netzfinanzierung, gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz und gegen den verfassungsrechtlichen Vertrauensschutz für bestehende Anlagen; die Verbände verlangen, eine etwaige zusätzliche Beteiligung an der tatsächlich vereinbarten Einspeisekapazität zu bemessen und Bestandsanlagen Bestandsschutz zu geben. In einer repräsentativen YouGov-Befragung unter 2.105 Wahlberechtigten lehnen 46 Prozent eine Kostenbeteiligung ab, die unabhängig von der tatsächlich genutzten Netzanschlusskapazität erfolgt und die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen erheblich verschlechtert; 25 Prozent befürworten sie.
Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft (Pressemitteilung vom 15. Oktober 2026)
Der Verband verlangt, die zum Jahreswechsel beihilferechtlich notwendigen Regelungen kurzfristig in einer EEG-Kurznovelle zu beschließen und die weitergehenden Änderungen am EEG sowie das Netzpaket anschließend getrennt und mit mehr Zeit zu beraten. Einen sachlichen Grund für die Verknüpfung beider Vorhaben sieht das Bündnis nicht; zugleich fordert es den Bundestag auf, den Redispatch-Vorbehalt ersatzlos zu streichen und die Wirtschaftlichkeit kleiner Photovoltaikanlagen zu sichern.
Quelle: Bündnis Bürgerenergie (Pressemitteilung vom 9. Oktober 2026)
Das Beratungsunternehmen Prognos hat für den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft die kumulative Wirkung von sieben regulatorischen Maßnahmen aus dem EEG-Entwurf, dem Netzanschlusspaket und der Reform der allgemeinen Netzentgelte auf die Stromgestehungskosten untersucht. Für Photovoltaik-Dachanlagen, die sich in Ausschreibungen um einen Zuschlag bewerben müssen, ergäbe sich ein Anstieg von 18 Prozent; auf sie wirkten allein die netzseitigen Kostenmaßnahmen, also Kapazitätsentgelte und Baukostenzuschüsse, nicht aber Redispatch-Vorbehalt, kommunale Beteiligung und Kappung der Anschlussleistung. Sie blieben damit innerhalb ihres Ausschreibungs-Höchstwerts von 99 Euro je Megawattstunde, in der Ost-West-Konfiguration allerdings nur noch mit einem Abstand von 2,4 Euro je Megawattstunde. Freiflächenanlagen des ersten Ausschreibungssegments würden der Studie zufolge um 30 Prozent bei Südausrichtung und 26 Prozent bei Ost-West-Aufständerung teurer und überschritten den EEG-Höchstwert von 59 Euro je Megawattstunde um 13,2 beziehungsweise 14,5 Euro je Megawattstunde. Zu den Vermarktungschancen macht die Studie keine Aussagen.
Quelle: pv magazine
Eine vom Landesverband Erneuerbare Energien NRW beauftragte Kurzstudie der enervis energy advisors GmbH beziffert die EEG-Förderkosten des untersuchten Neuanlagenportfolios von rund 37,8 Gigawatt und rund 55,8 Terawattstunden förderfähiger Strommenge auf durchschnittlich 0,72 Cent je Kilowattstunde oder rund 400 Millionen Euro jährlich. Auf die darin enthaltenen 7,5 Gigawatt Dach-Photovoltaik entfallen 105 Millionen Euro bei 2,24 Cent je Kilowattstunde; für den Bestand leitet die Studie 6,58 Cent im Gesamtportfolio und 16,31 Cent bei Dach-Photovoltaik ab. Die Modellrechnung beruht auf den Marktwerten von 2025 und beschreibt nach eigener Angabe keine langfristige Kostenprognose; Neuanlagen und Bestand werden mit unterschiedlichen Bezugsgrößen gerechnet, und die Gesamtkosten der Energiewende einschließlich Netzen und Speichern untersucht sie nicht. In der Reformdebatte fordert der Verband, den Förderbedarf neuer Anlagen getrennt von den historisch gewachsenen EEG-Zahlungen zu bewerten.
Quelle: Solarserver (Solarthemen)
Die Tagesordnung der 101. bis 103. Sitzung des Bundestages — Mittwoch, 14., bis Freitag, 16. Oktober, Stand 8. Oktober 2026 — nennt auf sechzehn Seiten weder den EEG-2027-Entwurf noch das Netzanschlusspaket. Einziger energiepolitischer Tagesordnungspunkt ist am Donnerstag eine dreißigminütige verbundene Beratung zweier Anträge der AfD-Fraktion zu Erdgasspeichern und zur Kohleverstromung. Damit bestätigt das amtliche Dokument für das Plenum, was bislang nur als Bericht vorlag und was für den federführenden Ausschuss schon bekannt war: Die zweite und dritte Lesung dürfte in dieser Sitzungswoche nicht stattfinden. Ergänzungen der Tagesordnung bleiben im weiteren Verfahren möglich.
Quelle: Deutscher Bundestag, Tagesordnung der 101. bis 103. Sitzung (Stand 8. Oktober 2026)
Der Energieversorger Grüüün, Endkundenmarke der Münch Energie aus dem bayerischen Rugendorf, hat angekündigt, die nationale Strombelieferung einzustellen; betroffen dürften nach dem Bericht der Zeitung für kommunale Wirtschaft rund 200.000 Energiekunden sein. Das Unternehmen begründet den Schritt damit, mehrere politische Entscheidungen der letzten Monate sowie das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2027 würden die Erzeugung von Grünstrom für Jahre behindern, eingeplante Grünstrommengen würden so künftig niemals erzeugt. Die Marke war Ende 2024 mit einem Stromtarif für Privathaushalte gestartet; beworben wurde er mit hundert Prozent erneuerbaren Energien und einer zehnjährigen Preisgarantie. In der Branche wird daneben eine gescheiterte Beschaffungsstrategie als Ursache genannt; die Bundesnetzagentur hatte dem Bericht zufolge am 9. Oktober keine offizielle Beendigung der Tätigkeit angezeigt bekommen.
Die am 8. Oktober verschickte Tagesordnung der 53. Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Energie (Mittwoch, 14. Oktober, 10:30 Uhr, Paul-Löbe-Haus) nennt weder den EEG-2027-Entwurf noch das Netzanschlusspaket. Aufgeführt sind Berichte des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, ein Antrag der Fraktion Die Linke zur Offshore-Windindustrie sowie zur Mitberatung überwiesene nationale und EU-Vorlagen. Für Betreiber von Dachanlagen heißt das: In dieser Sitzungswoche stünde im federführenden Ausschuss keine Befassung mit der Novelle an. Das deckt sich mit Berichten, nach denen sich die Verabschiedung von EEG 2027 und Netzpaket in den November verschieben soll. Ergänzungen zur Tagesordnung sind im weiteren Verfahren möglich.
Quelle: Deutscher Bundestag, Ausschuss für Wirtschaft und Energie (Tagesordnung 53. Sitzung)
Klimareporter° berichtet am 10. Oktober, der ursprüngliche Plan der Koalition, EEG-Reform und Netzanschlusspaket bis Mitte Oktober durch Bundestag und Bundesrat zu bringen, sei nicht umsetzbar. Wie diverse Quellen verlauten, sollen die koalitionären Beratungen in der Sitzungswoche kommende Woche zunächst weiterlaufen; danach komme das Parlament erst wieder in den ersten beiden Novemberwochen zusammen, und der Bundesrat könne seinerseits erst auf seiner Sitzung am 20. November zustimmen. Auf dem geplanten Ablauf der Plenarsitzungen vom 14. bis 16. Oktober (Stand 9. Oktober, 10:32 Uhr) stehen beide Entwürfe nicht. BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser, die am Rande der Demonstration vom Freitag mit nach Veranstalterangaben rund 8.000 Teilnehmenden sprach, sagte, eine Verabschiedung schon in der nächsten Woche sehe sie nicht; ohnehin sei ein Gesetz besser, das gründlich verhandelt werde. Für Dachanlagen ist der Zeitplan deshalb relevant, weil die Vergütung für Solaranlagen bis 750 Kilowatt nicht in Ausschreibungen ermittelt, sondern gesetzlich festgelegt wird — und ohne ein gültiges EEG dem Bericht zufolge keine Zahlung erfolgen kann.
Quelle: Klimareporter°
Der Bundesverband Erneuerbare Energie ruft gemeinsam mit seinen Spartenverbänden, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen für Freitag, 9. Oktober, 14 Uhr auf der Reichstagswiese in Berlin zu einer Demonstration unter dem Motto „Erneuerbare Energien: Ausbauen statt Ausbremsen“ auf. Beteiligt sind nach dem Aufruf unter anderem der Bundesverband WindEnergie, der Bundesverband Solarwirtschaft, der Bundesverband Wärmepumpe und die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie sowie BUND, Deutsche Umwelthilfe, Germanwatch, GermanZero, Greenpeace, NABU, WWF Deutschland und der Deutsche Naturschutzring. BEE-Hauptgeschäftsführerin Dr. Christine Falken-Großer erklärt, „Wirtschaftswachstum und Klimaschutz schließen sich nicht aus“; die Branche zähle „mehr als 436.000 Beschäftigte“, und diese Erfolgsgeschichte sei durch die geplanten EEG-Änderungen und die dadurch ausgelöste Investitionsunsicherheit gefährdet, Projekte im Milliardenbereich lägen auf Eis. Die Forderung an den Bundestag lautet, durch EEG-Novelle und Netzanschlusspaket Investitionen zu ermöglichen und den Ausbau von Erneuerbaren, Speichern und Netzen zu beschleunigen. Der Protesttermin fällt in die Phase zwischen den Anhörungen am 5. und 7. Oktober und der angestrebten Verabschiedung beider Gesetzentwürfe.
Quelle: Bundesverband Erneuerbare Energie (Pressemitteilung, via pv magazine)
Im Bericht des Bundestags über die öffentliche Anhörung des Ausschusses für Wirtschaft und Energie am 7. Oktober zum Netzanschlusspaket (Drucksachen 21/7866 und 21/8299) heißt es, der Redispatch-Vorbehalt, der als Herzstück des Entwurfs gilt, sei von der Mehrheit der Sachverständigen als „Hauptproblem des Gesetzentwurfs“ und als „verfassungswidrig“ bezeichnet worden. Bärbel Heidebroek, Präsidentin des Bundesverbands WindEnergie, forderte die vollständige Streichung: Der Vorbehalt könne zu jährlichen Energieverlusten von mehr als 25 Prozent führen, erzwungener Entschädigungsverzicht und die Ausgestaltung der Engpassgebiete seien europarechts- und verfassungswidrig, langwierige Rechtsstreitigkeiten und erhebliche Schadensersatzforderungen seien zu erwarten. Johanna Friebel vom Deutschen Landkreistag erklärte, die Regelung ändere das Grundprinzip des Einspeisevorrangs grundsätzlich ab und erhöhe die wirtschaftlichen Risiken von Investitionen; der Entwurf verlagere den Schwerpunkt zu stark auf die Bewirtschaftung knapper Netzkapazitäten und zu wenig auf deren nachhaltige Erweiterung. Gegenpositionen kamen von den Übertragungsnetzbetreibern, dem Verband kommunaler Unternehmen und dem Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft, die eine gesetzliche Priorisierung von Netzanschlussbegehren grundsätzlich begrüßen, sie aber politisch statt durch die Netzbetreiber entschieden sehen wollen beziehungsweise industrielle Projekte ausdrücklich berücksichtigt haben wollen.
Quelle: Deutscher Bundestag
Nach den Anhörungen am 5. und 7. Oktober sieht der Zeitplan der Bundesregierung vor, die zweite und dritte Lesung von EEG-Novelle und Netzanschlusspaket in der kommenden Woche im Bundestag stattfinden zu lassen; auch der Bundesrat könnte dann noch direkt über die Gesetze abstimmen. Das berichtete die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands Erneuerbare Energie, Christine Falken-Großer, in einem Pressegespräch am Mittwoch und nannte den Zeitplan angesichts der vielen Kritikpunkte straff: Es müsse sich zeigen, ob der Ausschuss die Einwände der Sachverständigen in dieser Zeit noch aufnehmen könne. Verschiebt sich das Verfahren, käme die nächste Sitzungswoche des Bundestags erst Anfang November, und der Bundesrat, der den finalen Gesetzentwürfen zustimmen muss, würde erst am 20. November wieder tagen. Druck macht zusätzlich das Beihilferecht: Für wichtige Teile des EEG läuft die Genehmigung der EU-Kommission zum Jahreswechsel aus.
Quelle: pv magazine
In seiner Stellungnahme zur Anhörung am 7. Oktober (Ausschussdrucksache 21(9)377) rechnet der Bundesverband Neue Energiewirtschaft damit, dass erhebliche Teile des Verteilungsnetzes formal als kapazitätslimitiert gelten würden. Grund sei, dass für die geplanten kapazitätslimitierten Gebiete im Verteilungsnetz auch die Redispatch-Abrufe der Übertragungsnetzbetreiber zählen und die Bundesnetzagentur im Netzentwicklungsplan 2037/2045 (Version 2026) in großen Teilen Deutschlands einen erheblichen verbleibenden Redispatch in der Netzausbauplanung gewährt; absehbar sei ein Redispatch-Vorbehalt im Verteilungsnetz daher in großen Teilen von Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Bayern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Als Hauptproblem des Entwurfs benennt der Verband den Wegfall des unbedingten Netzanschlussanspruchs in diesen Gebieten: Der Netzzugang würde auf individuelle Verträge verlagert, die der Netzbetreiber vorlegt und die mindestens den teilweisen Verzicht auf Redispatch-Zahlungen enthalten müssten; Anlagenbetreiber könnten den Vertrag nur akzeptieren oder keinen Netzanschluss erhalten. Hinzu komme ein Fehlanreiz aus dem Regulierungsrahmen: Da hohe Redispatchkosten die Wirtschaftlichkeit eines Netzbetreibers im Effizienzvergleich mindern, würde er Anlagen mit Redispatch-Vorbehalt bevorzugt abregeln, womit die betroffenen Anlagen ihre Finanzierungsgrundlage verlören. Der gesetzliche Netzanschlussanspruch in § 8 Absatz 4 EEG solle deshalb strukturell erhalten und allenfalls inhaltlich modifiziert werden.
Quelle: Bundesverband Neue Energiewirtschaft (Ausschussdrucksache 21(9)377)
Zur Anhörung über das Netzanschlusspaket (BT-Drucksache 21/7866) am 7. Oktober liegt die rechtliche Stellungnahme von Prof. Dr. Thorsten Müller und weiteren Autorinnen und Autoren der Stiftung Umweltenergierecht vor (Ausschussdrucksache 21(9)383). Die vorgesehene Ausgestaltung der Beschränkung des Netzanschlussanspruchs sei mit erheblichen unionsrechtlichen Risiken verbunden: Artikel 6 Absatz 2 der Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie erlaube Beschränkungen des Netzzugangs nur bei konkreten Kapazitätsengpässen, während sich die geplante Ausweisung kapazitätslimitierter Gebiete von diesem Bezug zum konkreten Engpass und zum einzelnen Anschlussbegehren löse; die Berücksichtigung von Redispatch, der im vorgelagerten Übertragungsnetz zu verorten ist, sei damit nicht vereinbar. Auch der Schwellenwert von 5 Prozent Redispatch-Volumen überzeuge unionsrechtlich nicht. Daneben warnt die Stellungnahme vor einem Fehlanreiz: Es wäre ökonomisch rational, wenn die Netzbetreiber die ihnen durch den Wegfall des gesetzlichen Netzanschlussanspruchs eröffneten Gestaltungsmöglichkeiten nutzten, um den Anschluss weiterer Anlagen in kapazitätslimitierten Netzgebieten zu verzögern oder zu verhindern, weil sie mangels finanzieller Vorteile kein Interesse an dem Anschluss hätten. Für das weitere Verfahren fordern die Gutachter unter anderem, das Verhältnis der neuen Priorisierungsregeln zu § 8 Absatz 1 EEG eindeutig festzuschreiben und den Anschlussvorrang für Erneuerbare-Energien-Anlagen in § 8 EEG zu erhalten.
Quelle: Stiftung Umweltenergierecht (Ausschussdrucksache 21(9)383)
Zur Anhörung über das Netzanschlusspaket am 7. Oktober liegt nun auch die Stellungnahme des Verbands kommunaler Unternehmen vor (Ausschussdrucksache 21(9)379). Der VKU nimmt damit die Gegenposition zum Bundesverband Erneuerbare Energie ein, der die ersatzlose Streichung des Redispatch-Vorbehalts gefordert hatte: Die angepassten Kriterien (technologiespezifisch, 5 Prozent Abregelung, maximal 6 Jahre) und die neu geregelte Vergütung abgeregelter Anlagen seien praktikabler, und insbesondere die Deckelung der unvergüteten Redispatch-Stunden verbessere die Planungssicherheit für die Finanzierung neuer Projekte; die technologiespezifische Ermittlung der Redispatch-Raten solle als verbindliche Muss-Regelung in § 14 Absatz 1d EnWG-E aufgenommen werden. Die Begrenzung der maximalen Anschlussleistung nach § 8 Absatz 1 Sätze 4 und 5 EEG-E will der Verband beibehalten, aber um eine Übergangsregelung ergänzen: Sie dürfe nicht bereits zum 1. Januar 2027 greifen, weil sonst fortgeschrittene Projekte beeinträchtigt würden. Zur Begründung seines Gewichts verweist der VKU darauf, dass rund 850 kommunale Unternehmen den Großteil der Netzanschlüsse in Deutschland bauen und betreiben und in den Verteilnetzen heute rund 5,6 Millionen Anlagen für erneuerbare Energien mit etwa 200 Gigawatt installierter Erzeugungskapazität hängen.
Quelle: Verband kommunaler Unternehmen (Ausschussdrucksache 21(9)379)
In der öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Wirtschaft und Energie am 5. Oktober gingen die Bewertungen des Regierungsentwurfs (BT-Drucksache 21/7867) weit auseinander, alle Seiten verlangten jedoch erhebliche Nachbesserungen. Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft beklagte teils gänzlich unverhältnismäßige Einschnitte und Auflagen, die vor allem Anlagen der Leistungsklasse 2 bis 100 Kilowatt-Peak die Investitionsgrundlage entziehen würden; das geplante Ende der Einspeisevergütung, die Pflicht zur Direktvermarktung auch für PV-Kleinanlagen und der Redispatchvorbehalt besäßen das Schadenspotenzial, die PV-Nachfrage insgesamt zu halbieren, weshalb die Förderungen nicht abgeschafft, sondern nachjustiert werden sollten. BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser verlangte von der Bundesregierung ein Bekenntnis dazu, dass die Einspeisevergütung für kleine Dach-Photovoltaik und kleine Wasserkraft erhalten bleiben müsse: Eine verpflichtende Direktvermarktung unter 100 Kilowatt sei erst dann sinnvoll, wenn die technischen und prozessualen Voraussetzungen massengeschäftstauglich seien. Prof. Dr. Thorsten Müller von der Stiftung Umweltenergierecht warnte vor einer Förderlücke, weil die beihilferechtliche Genehmigung des EEG 2023 am 31. Dezember 2026 auslaufe, und bezeichnete den Wegfall jeglicher Förderung für Anlagen unter 25 Kilowatt nach dem Ende der zeitlich begrenzten Übergangsregelungen als Paradigmenwechsel.
Quelle: Deutscher Bundestag (hib)
Die Energy Watch Group hat zum Kabinettsentwurf des EEG ein Papier vorgelegt. Würde der Entwurf in seiner jetzigen Form umgesetzt, drohe nach ihrer Einschätzung ein Stopp beim Zubau neuer Photovoltaik-Anlagen und damit ein Anstieg des Börsenstrompreises um bis zu 4 Cent je Kilowattstunde oder 25 Milliarden Euro jährlich, weil der erwartete Mehrverbrauch durch KI-Rechenzentren, Elektromobilität und Wärmepumpen zunehmend mit teuren fossilen Kraftwerken gedeckt werden müsste. Zum Vergleich nennt die Organisation einen Börsenstrompreis von heute über 12 Cent je Kilowattstunde bei einem fossilen Anteil von 60 Prozent gegenüber unter 3 Cent, wenn die erneuerbaren Energien 80 Prozent der Erzeugung lieferten. Der Bundestag solle sich die Zeit für eine solide Novelle nehmen; dauere das über den Jahreswechsel, müsse das EEG 2023 vorher so angepasst werden, dass es auch ab dem 1. Januar 2027 weiter gelte, nach dem Vorschlag der Gruppe durch einen Ausgleich des EEG-Kontos über eine Umlage auf den Strompreis statt aus dem Bundeshaushalt.
Quelle: Solarthemen/Solarserver
Zur Anhörung am 5. Oktober liegt auch die Stellungnahme der Deutschen Industrie- und Handelskammer vor (Ausschussdrucksache 21(9)359 vom 30. September 2026). Die DIHK hält die geplante Begrenzung der Marktprämie auf Anlagen ab 25 Kilowatt für grundsätzlich sachgerecht, weil sich kleinere Anlagen durch den Selbstverbrauch rechneten, und spricht sich dafür aus, die Schwelle auf 100 Kilowatt anzuheben: Auch bei Anlagengrößen zwischen 25 und 100 Kilowatt stehe der Eigenverbrauch in aller Regel im Fokus der Investoren. Die im Entwurf vorgesehene dreijährige Übergangsfrist werde nach Darstellung der DIHK in der Wirtschaft mehrheitlich abgelehnt und solle deutlich verkürzt werden. Für Solaranlagen des zweiten Segments fordert die Kammerorganisation zudem, den Höchstwert von 9,9 Cent je Kilowattstunde um mindestens 25 Prozent auf 7,5 Cent zu senken und in den Folgejahren um 2 Prozent pro Jahr abzusenken; bei Dachsolaranlagen sei in aller Regel der Eigenverbrauch Treiber der Investition und nicht die Förderung über das EEG.
Quelle: Deutsche Industrie- und Handelskammer (Ausschussdrucksache 21(9)359)
Für die zweite Anhörung im Ausschuss für Wirtschaft und Energie am 7. Oktober (8 bis 10 Uhr) zum Netzanschlusspaket liegen die ersten schriftlichen Stellungnahmen vor: der Bundesverband WindEnergie (Ausschussdrucksache 21(9)369) und der Bundesverband Erneuerbare Energie (21(9)374, Positionspapier vom 30. September 2026). Der BEE fordert, den geplanten Redispatch-Vorbehalt in § 14 Absatz 1d EnWG ersatzlos zu streichen: Er bedrohe die Finanzierbarkeit von Projekten, weil er unentschädigte Erlösausfälle von bis zu 20 Prozent des Jahresertrags provoziere, stelle eine Umkehrung des Verursacherprinzips dar und verstoße gegen EU-Recht. Nach einer eigenen Auswertung der Einspeise- und Abregelungsdaten der Jahre 2023 bis 2025 würde die gesetzliche 5-Prozent-Schwelle zu einer flächendeckenden Ausweisung kapazitätslimitierter Netzgebiete führen; rund 40 Prozent des künftigen Zubaus von Windenergie- und Photovoltaikanlagen wären davon nach Einschätzung des Verbands unmittelbar betroffen.
Quelle: Bundesverband Erneuerbare Energie (Ausschussdrucksache 21(9)374)
Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat seine Stellungnahme zur Anhörung am 5. Oktober vorgelegt (Ausschussdrucksache 21(9)370 vom 2. Oktober 2026). Der DGB begrüßt die Umstellung des Förderregimes auf zweiseitige Differenzverträge ausdrücklich, mahnt aber, die forcierte Marktintegration kleiner Anlagen dürfe nicht zu einem Fadenriss bei der privaten Energiewende führen: Kleine Dach-Photovoltaikanlagen hätten bisher als Katalysator gewirkt und die Installation von Heimspeichern und Wallboxen nach sich gezogen, knapp die Hälfte der 2025 zugebauten Solarleistung sei auf Gebäudesolaranlagen entfallen, wovon besonders das regionale Handwerk und kleinere Betriebe profitiert hätten. Für das Segment der kleinen Aufdach-Photovoltaik schlägt der DGB deshalb eine zielgenau konditionierte Förderung vor, etwa gebunden an die Installation durch tarifgebundene Innungsbetriebe und an europäische Komponenten, oder alternativ einen sozial gestaffelten einmaligen Investitionskostenzuschuss; die in § 9 Absatz 2b EEG 2027 geplante dauerhafte Kappung der Wirkleistungseinspeisung auf 50 Prozent könne eine zusätzliche wirtschaftliche Hürde für PV-Kleinanlagen darstellen.
Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund (Ausschussdrucksache 21(9)370)
Die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände hat ihre Stellungnahme zur Anhörung am 5. Oktober vorgelegt (Ausschussdrucksache 21(9)372 vom 2. Oktober 2026) und sieht im Gesetzentwurf insgesamt eine Schwächung des Ausbaus der erneuerbaren Energien. Mit der geplanten Streichung von § 4 Nummer 4 Satz 2 EEG 2023 entfiele die bislang vorgesehene mindestens hälftige Beteiligung der Anlagen des zweiten Segments, insbesondere der Dach-Photovoltaik; zusammen mit dem Wegfall der Förderung unter 25 Kilowatt, der verpflichtenden Direktvermarktung und der dauerhaften Begrenzung der Einspeiseleistung auf 50 Prozent entstehe ein Maßnahmenbündel, das private Eigentümer, Wohnungseigentümergemeinschaften und kleinere Gewerbebetriebe belaste. Die Verbände fordern, dass die Nutzung von Dachflächen Vorrang vor Freiflächen-Photovoltaik haben muss, und sprechen sich dafür aus, von der Überführung der Kleinanlagen in die Direktvermarktung abzusehen.
Quelle: Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände (Ausschussdrucksache 21(9)372)
Mit der Unterrichtung 21/8298 vom 30. September 2026 liegt die Gegenäußerung der Bundesregierung zur Stellungnahme des Bundesrates vor; sie ist als sechste Vorlage Gegenstand der Anhörung am 5. Oktober. Die Bundesregierung stimmt den Vorschlägen zur Förderung kleiner Photovoltaikanlagen nicht zu und begründet das damit, kleine Anlagen mit hohen Eigenverbrauchsanteilen rechneten sich bereits weitgehend, so dass es keiner Vollfinanzierung in Form einer zwanzigjährigen Einspeisevergütung bedürfe; die vom Bundesrat geforderte Ausweitung der befristeten Übergangszahlung auf Anlagen unter 50 Kilowatt lehnt sie ausdrücklich ab. Bleiben soll es damit bei einer Übergangszahlung von 5,2 Cent je Kilowattstunde für drei Jahre ab Inbetriebnahme, begrenzt auf Anlagen unter 7 Kilowatt, die vor dem 1. Januar 2031 in Betrieb genommen werden; neu stellt die Bundesregierung in Aussicht, dass die Bundesnetzagentur Härtefallregelungen festlegen und die Übergangszahlung für Anlagen unter 25 Kilowatt verlängern oder auf weitere Anlagen ausweiten können soll, sofern diese ihren Strom noch nicht mit angemessenem Aufwand direkt vermarkten können.
In seiner Stellungnahme zur Anhörung (Stand 1. Oktober 2026) beziffert der Bundesverband Solarwirtschaft die Folgen des geplanten Förderendes für Dachanlagen mit Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme: Für die rund 50 Prozent der privaten Kundschaft im Segment unter 25 Kilowatt, die weder Wärmepumpe noch Elektroauto haben, würde sich eine Anlage nach einem Wegfall der Förderung nicht innerhalb von 30 Jahren amortisieren, auch mit Batteriespeicher nicht; für die andere Hälfte wären es 15 bis 20 Jahre. Die geplante Übergangszahlung von 5,2 Cent je Kilowattstunde ändere daran nichts, dass sich die Amortisationszeiten gegenüber heute um rund fünf Jahre verlängerten, und ersetze die bisherige Vergütung von rund 6,5 bis 7,5 Cent bei Teileinspeisung und rund 10 bis 12 Cent bei Volleinspeisung nicht. Förderende, Direktvermarktungspflicht und Redispatch-Vorbehalt zusammen hätten nach Einschätzung des Verbands das Potenzial, die Photovoltaik-Nachfrage zu halbieren.
Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft (Ausschussdrucksache 21(9)361)
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie hat am 2. Oktober 2026 die ersten vier schriftlichen Stellungnahmen zur Anhörung über das EEG 2027 veröffentlicht (Montag, 5. Oktober, 12.15 bis 14.15 Uhr, Marie-Elisabeth-Lüders-Haus). Der Bundesverband Solarwirtschaft (Ausschussdrucksache 21(9)361) und der Bundesverband Erneuerbare Energie (21(9)362) fordern beide, die Einspeisevergütung für kleine Dach-Photovoltaik zu erhalten; eine verpflichtende Direktvermarktung unter 100 Kilowatt sei erst sinnvoll, wenn intelligente Messsysteme und Marktprozesse massengeschäftstauglich seien. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (21(9)359) hält eine EEG-Förderung für neue Anlagen dagegen in den meisten Bereichen für schrittweise entbehrlich und empfiehlt für den Übergang Investitionszuschüsse. Hinzu kommt die Stellungnahme des Hauptstadtbüros Bioenergie (21(9)360).
Quelle: Deutscher Bundestag
Die Stiftung Umweltenergierecht hat am 29. September 2026 den Würzburger Bericht zum Umweltenergierecht Nr. 62 vorgelegt, in dem Dr. Yvonne Kerth und Anna Seußler Becerra den geplanten Förderrahmen für neue Anlagen bis einschließlich 100 Kilowatt untersuchen. Die klassische Einspeisevergütung soll für Anlagen entfallen, die ab dem geplanten Inkrafttreten am 1. Januar 2027 in Betrieb genommen werden; die mit der Marktprämie geförderte Direktvermarktung soll für neue Anlagen grundsätzlich erst ab 25 Kilowatt möglich sein. Für neue Anlagen unter 25 Kilowatt entfiele damit – vorbehaltlich der befristeten Übergangsförderregeln – die finanzielle Förderung, so dass nur Eigenverbrauch, Direktvermarktung ohne Förderung oder die unentgeltliche Abnahme blieben. Die Autorinnen sprechen von einem Paradigmenwechsel.
Quelle: Stiftung Umweltenergierecht
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie hat am 30. September 2026 die Sachverständigenliste für die öffentliche Anhörung zum EEG 2027 veröffentlicht (Montag, 5. Oktober, 12:15 bis 14:15 Uhr, Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, Sitzungssaal 3.101, BT-Drucksachen 21/7867, 21/7819, 21/8108, 21/8119 und 21/7907). Zehn Sachverständige sind benannt, acht Plätze sind noch mit N. N. ausgewiesen. Für die Dach-Photovoltaik relevant: Carsten Körnig vom BSW Bundesverband Solarwirtschaft und Prof. Dr. Thorsten Müller, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung Umweltenergierecht, beide benannt durch die Fraktion der SPD, sowie BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser, benannt durch die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Hinzu kommen die drei kommunalen Spitzenverbände, die DIHK, der DGB, das Hauptstadtbüro Bioenergie und die ARGE Netz.
Quelle: Deutscher Bundestag
Ein internes Papier der CDU/CSU-Fraktion mit Stand vom 25. September 2026 verlangt 86 Änderungen am Regierungsentwurf des EEG 2027. Für Dachanlagen soll der im Entwurf vorgesehene Bonus für den früheren Wechsel in die Direktvermarktung gestrichen werden; die Förderdauer für Neuanlagen soll von 20 auf 18 Jahre ab 2027 sinken, ab 2030 auf 15, ab 2035 auf zehn Jahre, und die letzte Zuschlagsrunde 2038 höchstens noch sieben Jahre umfassen. 2045 soll die EEG-Förderung enden.
Quelle: Photon
Das Fraunhofer ISE hat im Auftrag der Verbände BVES und bne auf Basis realer Gebote am Day-Ahead-Markt des Jahres 2025 simuliert, was zusätzliche Speicher im Stromsystem bewirken würden. Ende des ersten Halbjahres 2026 waren 19,2 Gigawatt Batteriespeicher installiert; kämen 20 Gigawatt hinzu und würden alle Speicher marktorientiert betrieben, läge der EEG-Förderbedarf den Berechnungen zufolge um bis zu 1,2 Milliarden Euro jährlich niedriger, die Stromkosten der Verbraucher um 410 Millionen Euro. Der Marktwert von Solarstrom stiege von rund 45 auf 61 Euro je Megawattstunde.
Quelle: pv magazine
Bis zum 27. September 2026 wurden nach den Energy-Charts des Fraunhofer ISE 90,2 Terawattstunden Solarstrom erzeugt, mehr als im gesamten Jahr 2025 mit 90,0 Terawattstunden. Der BSW-Solar verbindet die Zahl mit der Forderung, der Bundestag solle die vorliegende EEG-Novelle grundlegend nachbessern.
Quelle: BSW-Solar
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie hört am Mittwoch, 7. Oktober 2026, von 8 bis 10 Uhr im Paul-Löbe-Haus zum Netzanschlusspaket an (Drucksache 21/7866) sowie zu drei Anträgen von Bündnis 90/Die Grünen und der Linken. Damit stehen beide Anhörungstermine fest: EEG 2027 am 5. Oktober, Netzanschlusspaket am 7. Oktober.
Quelle: Deutscher Bundestag
Eine am 24. September veröffentlichte Szenarioanalyse der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung kommt auf eine Bruttobeschäftigung von 706.100 Personen in den erneuerbaren Energien im Jahr 2035, sofern die gesetzlichen Ausbauziele erreicht werden; 2025 lag der Höchststand bei 436.300. Rechnet die Studie die Wirkung von EEG-Novelle, Netzpaket, Gebäudemodernisierungsgesetz und der Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes ein, wären es 519.500 Beschäftigte und damit 186.600 weniger; die jährlichen, größtenteils privaten Investitionen lägen 2035 bei 52,1 statt bei den für die Ziele erforderlichen 79 Milliarden Euro.
Quelle: Bertelsmann Stiftung
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie hat die öffentliche Anhörung zum EEG 2027 für Montag, 5. Oktober 2026, 12.15 bis 14.15 Uhr im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, Sitzungssaal 3.101, terminiert. Gegenstand sind der Regierungsentwurf (Drucksache 21/7867), eine Verordnung (21/7819), der Gesetzentwurf der AfD-Fraktion (21/8108) sowie Anträge von Bündnis 90/Die Grünen (21/8119) und der Linken (21/7907). Die Anhörung zum Netzanschlusspaket (21/7866) ist für Mittwoch, 7. Oktober, 8 bis 10 Uhr im Paul-Löbe-Haus angesetzt; die Liste der Sachverständigen liegt für beide Termine noch nicht vor.
Quelle: Deutscher Bundestag
In seiner 1068. Sitzung am 25. September hat der Bundesrat seine Stellungnahme zum EEG-Entwurf beschlossen (Drucksache 470/26 (Beschluss)). Ziffer 11 verlangt, die Übergangszahlung auf Strom aus Anlagen mit weniger als 50 Kilowatt zu erstrecken, die vor dem 1. Januar 2031 in Betrieb genommen worden sind; Ziffer 13 bittet zusätzlich um einen dauerhaften gesetzlichen Zahlungsanspruch für kleinere Solaranlagen nach Ablauf der Übergangszeiträume. Ziffer 7 fordert, die in § 9 Absatz 2b des Entwurfs vorgesehene dauerhafte Begrenzung der Wirkleistungseinspeisung auf 50 Prozent für Aufdachanlagen unter 100 Kilowatt zu streichen, weil sie über das für die Netzintegration erforderliche Maß hinausgehe.
Quelle: Bundesrat
Der Bundestag hat den Regierungsentwurf (Drucksache 21/7867) am 24. September nach halbstündiger Aussprache dem federführenden Ausschuss für Wirtschaft und Energie überwiesen. Mitberaten wurden ein Abschaffungsgesetz der AfD-Fraktion (21/8108) sowie Anträge von Bündnis 90/Die Grünen (21/8119) und der Linken (21/7907). Für Photovoltaik-Anlagen mit weniger als 25 Kilowatt sind feste Vergütungen dem Entwurf zufolge noch bis Ende 2028 vorgesehen, allerdings nur noch drei Jahre lang statt bisher 20 Jahre und zu 5,2 statt zuletzt rund acht Cent je Kilowattstunde.
Quelle: Deutscher Bundestag
Der Bundesverband Erneuerbare Energie ruft gemeinsam mit seinen Fachverbänden, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen für Freitag, 9. Oktober, 14 Uhr, auf die Reichstagswiese; das Motto lautet „Erneuerbare Energien: Ausbauen statt Ausbremsen“. Der Bundestag solle mit EEG und Netzpaket Investitionen ermöglichen und den Ausbau von Erneuerbaren, Speichern und Netzen beschleunigen. Der Termin liegt zwischen der für den 5. Oktober geplanten Anhörung und der für den 15. und 16. Oktober vorgesehenen zweiten und dritten Lesung.
Der gemeinsame Appell vom 22. September, unterzeichnet unter anderem von BSW-Solar, BEE, bne, BWE und dem Elektrohandwerks-Verband ZVEH, verlangt einen Marktwertkorridor, der die tatsächlichen marktwertabhängigen Kosten von Anlagen berücksichtigt und die Entwicklung von Vermarktungs-, Bilanzierungs- und Ausgleichsenergiekosten einbezieht. Der Energiewirtschaftsverband BDEW hat den Appell nicht unterzeichnet.
Quelle: pv magazine
Laut Bundestag soll der Regierungsentwurf (Drucksache 21/7867) am Donnerstag, 24. September, um 17:25 Uhr in erster Lesung beraten werden; vergangene Woche war noch 20:35 Uhr genannt. Nach halbstündiger Aussprache soll der Entwurf zusammen mit einem Abschaffungsgesetz der AfD-Fraktion und Anträgen von Bündnis 90/Die Grünen und der Linken an den Ausschuss für Wirtschaft und Energie überwiesen werden.
Quelle: Deutscher Bundestag
Nach einem Bericht von top agrar sieht der Fahrplan für das Verfahren die Anhörung von Sachverständigen im Bundestag am Montag, 5. Oktober, vor, die zweite und dritte Lesung am 15. und 16. Oktober und den Beschluss des Bundesrats am 20. November. Eine Bestätigung des Anhörungstermins durch den Ausschuss für Wirtschaft und Energie liegt bislang nicht vor.
Quelle: top agrar